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Wenn das Jubiläum zum Abschied wird – Zehn Stimmen machen zusammen 20 Jahre Rauschpennsänger:

Usingen. Auf der Merzhäuser Bühne sind die Rauschpennsänger inzwischen zu einer festen Größe avanciert und aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr feiern die zehn Rauschpennsänger am Samstag, 29. Dezember ihr 20-jähriges Bestehen in Merzhausen. Und, das darf an dieser Stelle schon verraten sein, es wird wohl auch erst einmal ein Abschied auf unbestimmte Zeit von den Brettern, die die Welt bedeuten werden. „An Fasching sind wir noch einmal dabei, aber wir werden uns aus dem aktiven Geschehen zurückziehen“, sagte Erhard Reuter, Leiter des musikalischen Ensembles. Der Grund für den Rückzug ist bei den Rauschpennsängern vor allem altersbedingt.

In den 20 Jahren seien nun bereits vier Mitglieder gestorben, ein anderer hat durch seinen Beruf als Pilot kaum noch Zeit und alle Sänger seien zudem noch in anderen Chören und Instrumentalgruppen wie beispielsweise dem Posaunenchor der evangelischen Kirche aktiv. „Langweilig wird es uns nicht werden“, prophezeite Jürgen Schütrumpf, der sich zusammen mit Erhard Reuter als Rauschpennecho einen Namen machte. Ebenfalls zur Gruppe der Sänger gehören Reinhold Schlicht, Werner Schultheis, Erwin Reuter, Harald Maurer, Bernhard Engers, Manfred Emmel, Klaus Hübschen und Franz Rottmann. Reinhold Schlicht prägte als Rauschpennsänger – Urgestein den Namen der Gruppe. „Als wir uns vor 20 Jahren im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr zusammen fanden, da wollten wir einen Shanty-Chor gründen“, erinnerte sich Schlicht. Inspiriert worden seien die Männer durch einen Hasselbacher Chor, der 1987 einen Auftritt in Merzhausen hatte und der wundervolle Seemannslieder zum Besten gab. „Einen Chor oder eine Gruppe, die sich auf diese musikalische Richtung festgelegt hatte, gab es in unserem unmittelbaren Umfeld noch nicht“, erinnerte sich Schlicht. „Als Option zu dem Namen Rauschpennsänger gab es noch die Hirschbergsingers“, wusste Erhard Reuter, der ebenfalls ein Sänger der ersten Stunde ist. Aber „Singers“ im Namen, das sei dann doch zu amerikanisch gewesen und das wollte das Ensemble nicht, sondern vielmehr seine Heimatverbundenheit betonen. Aber auch das Repertoire an Seemannsliedern sei recht begrenzt gewesen, so dass Volks- und Heimatlieder dazu kamen. Neue Sänger kamen hinzu, „und in Spitzenzeiten waren wir schon 14 Sänger“, wusste Schlicht. Und mit denen gab es so manch lustige Begebenheit. Denn die Rauschpennsänger waren nicht nur in Merzhausen, sondern auch in der Umgebung aktiv. Dabei setzten die Männer nicht nur auf ihre Stimme, sondern vor allem auch auf ihre lockere, humorvolle Art und Weise mit dem Liedgut auch eine gehörige Portion Bühnenshow einzuflechten. „Wir fangen vielleicht langsam an, aber wir sind erst zufrieden und gehen, wenn alle auf den Tischen tanzen“, schmunzelte Harald Maurer. Er ist für so manches witzige Bühnenoutfit der richtige Mann und begeisterte unter anderem auch schon als singende Frau.