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Schwarze Füße – weißes Herz

Neu-Anspach. Mit dem Stück „Schwarze Füße, weißes Herz – Mietshausgeschichten 1957“ lässt das Museumstheater erstmals am Donnerstag, 29. Mai, eine Epoche wieder lebendig werden, die im Allgemeinen mit Aufschwung und Wirtschaftswunder gleichgesetzt wird, aber noch ganz andere Facetten aufweist.

An der Kreisstraße 6 im Dörfchen Breitenbach steht ein Haus, an dem das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre vorbeizurauschen scheint. In dem altehrwürdigen Mietshaus wohnen auf engstem Raum Menschen, die das Schicksal in Kriegs- und Nachkriegszeiten gehörig gebeutelt hat. Sie alle verbindet die Sehnsucht nach einem kleinen Stück vom Glück, das scheinbar überall zu finden ist, nur nicht in dem blauen Haus mit dem aufgemalten weißen Herz am Giebel. Der Leiter des Museumstheaters, Oliver Klaukien, hat das Freilichttheater in Anlehnung an die Geschichte des Hauses aus Breitenbach das 1991 abgebaut und 2013 im Freilichtmuseum Hessenpark wieder eröffnet wurde, geschrieben. Die dokumentierten Lebensgeschichten der Bewohner bilden die Grundlage für die Charaktere. „Die erzählte Geschichte ist jedoch fiktiv“, erklärt Oliver Klaukien: „Mir ging es darum, in Momentaufnahmen typische Schicksale aus den 1950er Jahren zu beleuchten und diese zu einem Stück deutscher Nachkriegsgeschichte zu verdichten.“ Entstanden ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Weitere Aufführungstermine: 30. Mai, 19./ 21. Juni, 19./ 20. September jeweils um 13 und 16 Uhr.