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Schalmeienklänge-Allegro! Das Musikfest im Taunus bringt Konzerte nach Usingen, Schmitten, Grävenwiesbach, Neu-Anspach und Weilrod

Hochtaunuskreis. Mit sechs Veranstaltungen ist die alte Residenzstadt Usingen wieder das Zentrum des Festivals. Neu im Boot sind Schmitten und Neu-Anspach. Daneben finden Konzerte auch in Grävenwiesbach und Weilrod statt.

Damit ist der Hochtaunuskreis als Initiator von Allegro seinem Ziel, das gesamte Usinger Land einzubeziehen, wieder ein ganzes Stück näher gekommen. „Ich freue mich, dass Allegro! jetzt in seine dritte Auflage geht. Die große Resonanz, die Allegro! in den Jahren 2011 und 2013 gefunden hat, zeigt, dass dieses Festival eine wichtige Bereicherung des kulturellen Angebots im Taunus darstellt“, freut sich Landrat Ulrich Krebs. Der Hochtaunuskreis ist Veranstalter und, gemeinsam mit der Stadt Usingen, wesentlicher Geldgeber für das Festival.

Die künstlerische Leitung des Festivals obliegt Friederike Richter-Wedell (Usingen) und Karl-Werner Joerg (Friedrichsdorf), der auch die organisatorische Leitung inne hat. Veranstalter ist die Agentur Kulturkommunikation aus Friedrichsdorf im Auftrag des Hochtaunuskreises.

Alle Konzerte stehen unter dem Motto „Schalmeienklänge“. Zu den Schalmeien gehören alle Holzblasinstrumente mit einem oder zwei Rohblättern, wie Oboe, Klarinette und Fagott. Unter diesem Motto werden bei Allegro! 2015 aber noch weitere Holzblasinstrumente, wie die Flöte und das Saxophon zusammengefasst. Abwechslung und Klangvielfalt sind bei diesem Motto Programm.

Ein erster Höhepunkt ist sicher das Auftaktkonzert am Freitag, 26. Juni, 20 Uhr, in der Mensa der Christian Wirth-Schule. Schon Tradition ist, dass am ersten Abend gleich zwei Solokonzerte aufgeführt werden. Das Folkwang Kammerorchester aus Essen, unter seinem Chefdirigenten Johannes Klumpp, begleitet die . Unter anderem errang AnKlarinettensolistin Annelien van Wauwe bei Wolfgang Amadeus Mozarts berühmtem Klarinettenkonzert. Van Wauwe wird zu den besten Nachwuchsklarinettistinnen Europas gezählt.

Das zweite Solokonzert wird das Flötenkonzert D-Dur von Johann Christian Bach sein. Solistin hier ist die erst kürzlich zur stellvertretenden Soloflötistin des Frankfurter Opernorchesters ernannte Spanierin Carla Velasco.

Im zweiten Konzert am Samstag, 27. Juni, um 19 Uhr, gibt es Bläserkammermusik vom Feinsten. In der evangelischen Laurentiuskirche in Usingen musiziert Friederike Richter am Klavier mit der Oboistin Marta Berger, dem Klarinettisten Johannes Gmeinder, der Hornistin Sybille Mahni und dem Fagottisten Richard Morschel, allesamt Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters.

Zur Aufführung kommen die selten gehörten Bläserquintette von Mozart und Beethoven, sowie das Trio für Klavier, Oboe und Horn des Romantikers Heinrich von Herzogenberg.

Auf Burg Oberreifenberg erwartet die Besucher beim dritten Konzert am Sonntag, 28. Juni, um 11 Uhr, eine Matinee mit Wilhelm Bruns und den Deutschen Naturhornsolisten. Ausgezeichnet mit dem ECHO Klassik gehört dieses Ensemble zu den Besten der Naturhornszene überhaupt. Das Quartett erzeugt eine Klangfülle, die sich Open Air bestens entfalten kann. Der Burgverein sorgt bei diesem Konzert für das leibliche Wohl.

Ein besonderes Schmankerl wird den Besuchern beim vierten Konzert, ebenfalls am Sonntag, 28. Juni, aber um 18 Uhr, in der evangelischen Kirche in Usingen-Merzhausen geboten. Die fünf Fagottisten des Kölner Opernorchesters, bekannt unter dem Namen Gürzenich Fagott-Quintett, mit Rainer Schottstädt, Thomas Jedamzik, Klaus Lohrer, Ruth Krabbe und Matthias Schottstädt an den Fagotten und der Konzertmeisterin des Orchesters, Ursula Berg, an der Violine werden mit der Moderatorin und Sängerin Heike Wagner ein höchst beschwingtes Programm mit Klassik-Highlights wie dem Hummelflug von Rimsky-Korssakov, Fritz Kreislers Liebesfreud und Liebesleid und anderen bekannten Melodien zum Besten geben.

Leisere Töne, aber auch hier ganz dem Rahmen, der katholischen Kirche St. Konrad von Parzham in Grävenwiesbach, angepasst, werden beim Konzert fünf am Mittwoch, 1. Juli, um 20 Uhr, angeschlagen. Das Duo Heike Nicodemus an der Traversflöte und Maximilian Mangold mit seinen historischen Gitarren werden unter dem Motto „Das klinget so herrlich“ ein Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und anderer Komponisten aus dessen Zeit zu Gehör bringen.

Das sechste Konzert findet im Kulturforum Hochtaunus in Weilrod-Hasselbach statt. Am Donnerstag, dem 2. Juli, um 20 Uhr, wird das Trio Inspirato mit der Sopranistin Marietta Zumbült, dem Klarinettisten Reiner Wehle und der Pianistin Friederike Richter Werke für diese seltene Besetzung zum Besten geben. Das bekannteste ist sicher Franz Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“. Daneben erklingen Werke von Louis Spohr, Robert Schumann und anderen.

„Vergessen sie alles, was sie über Blockflöte wissen“, bittet Karl-Werner Joerg, „Flautando Köln wird jede Ihrer Erwartungen übertreffen“. Und dieses Ensemble erwartet die Zuhörer beim siebten Konzert am Freitag, 3. Juli, um 20 Uhr, in der katholischen Kirche St. Laurentius in Usingen. Flautando Köln, das sind die Blockflötistinnen Susanne Hochscheid, Katrin Krauß, Ursula Thelen und Kerstin de Witt. Wenn die vier Damen mit ihren nahezu 40 Flöten, von denen die kleinsten wenige Zentimeter lang sind und der Subbass etwa zwei Meter misst, auftreten, gibt es immer stürmischen Applaus, gleich ob beim Schleswig Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival, dem MDR Musiksommer oder bei Konzerten rund um die Welt, wie etwa in Tschechien, Taiwan, Korea, Zentralamerika oder in China.

Das Motto „Schalmeienklänge“ wird im neunten Konzert, ebenfalls am Samstag, 4. Juli, um 19 Uhr, famos umgesetzt. Das Vierfarben Saxophonquartett mit Susanne Riedl, Stefan Weilmünster, Bastian Fiebig und Stefan Faas werden an diesem Abend in der evangelischen Kirche Anspach ihrem Ensemblenamen alle Ehre machen und die Klangfarben der Saxophone, vom Sopran bis zum Bariton, leuchten lassen. Vom Barock, gespielt in barocken Kostümen, bis zur Moderne, wird die Musikgeschichte im einzigartigen Klanggewand des Saxophons präsentiert.

Unter dem Motto „Gypsy meets the Klezmer“ lädt das Joscho Stephan und Helmut Eisel Quartett schließlich am Sonntag, 5. Juli, um 19 Uhr, zum Open Air Abschlusskonzert auf die Terrasse am Schlossgarten in Usingen. Neu, gewagt und schlicht genial ist der virtuose Mix aus Gypsy Swing, Jazz und Klezmer. Die beiden erstklassigen Solisten, Joscho Stephan an der Gitarre und der Klarinettist Helmut Eisel, halten das Publikum in Atem, faszinieren mit ausdrucksstarken Soli und gewitzten musikalischen Dialogen. Günter Stephan an der Rhythmusgitarre und Max Schaaf am Kontrabass vervollständigen das Quartett.

Tickets für die Konzerte sind zum Preis von 6 bis 35 Euro über die Tickethotline (0 69) 13 40-4 00, die Buchhandlung Wagner in Usingen, (0 60 81) 1 42 39, die Tourist Info + Service im Kurhaus Bad Homburg, (0 61 72) 1 78-37 10, beim Veranstalter unter (0 60 07) 93 00 76 und fast allen Vorverkaufsstellen im Rhein-Main-Gebiet erhältlich. Infos: www.allegro-musikfest.de.