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Neue Kette und Nummernschild

Usingen. Das neue Jahr begann für Usingen gleich mit ein paar Überraschungen. Beispiel: Bürgermeister Steffen Wernard. Dem Rathauschef legte Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Liese beim Neujahrsempfang eine ein Kilogramm schwere, neue Amtskette an und hatte zudem einen famosen Kommentar bereit: „Der Bürgermeister liegt nun an der Kette“, formulierte er charmant-witzig.

Das haben aber, anders als man es nun vielleicht meinen könnte, weder die CDU noch seine Ehefrau Tanja geschafft, sondern das bekannte Ehepaar Gudrun und Heribert Daume. Sie stifteten der Stadt Usingen das silberne Meisterstück eines Goldschmiedes. Zehn Monate dauerte es, die Bürgermeister-Kette zu fertigen, deren Kettenglieder die einzelnen Usinger Stadtteilwappen und in der Mitte das Gesamtwappen Usingens zieren.

Die kostbaren Reliefarbeiten sind durch eine schwere Gliederkette miteinander verbunden. Das Rückstück, quasi als Gegenstück zu den großen Wappen, ist eine Auswahl von alten Usinger Amtssiegeln. Sichtlich stolz nahm Wernard die Kette entgegen.

Mit der Stiftung der Kette reiht sich Usingen wieder in die Riege der großen Städte ein, die ein solches Wahrzeichen ihr eigen nennen. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, die in diesem Jahr auf die Bürger zukommt.

Das USI-Kennzeichen wird von vielen bereits gefahren, und so war es Wernard auch eine besondere Freude, seinem Amtsvorgänger Matthias Drexelius das Kennzeichen HG-USI 100 als Dankeschön für sein Engagement zu überreichen. Wie sich das auch außerhalb der Politik auswirkt, zeigte sich, als Drexelius auf die Uhr blickte. In wenigen Minuten sollte das Training seiner Basketball-Schützlinge beginnen, und da dürfe er als Trainer natürlich nicht zu spät kommen, sagte er.

Sein Nachfolger nahm den Staffelstab auf: Das ehrenamtliche Engagement sei eine der wichtigsten Säulen der Gemeinschaft, betonte Wernard in seiner Rede. Er ließ das vergangene Jahr Revue passieren und gab auch einen Ausblick auf das, was die Bürger in diesem Jahr erwarten wird. Und dies sind in erster Linie Baustellen. Bereits in den nächsten Wochen beginnt der Anbau an die Mensa der Christian-Wirth-Schule. Es folgen die Sportflächen und die historische Stadtmauer.

„Ziel ist es, im nächsten Jahr sämtliche Maßnahmen abgeschlossen zu haben,“ sagte der Verwaltungschef. Spannend werde auch die Entwicklung auf dem Neuen Marktplatz mit der Hamburger Firma Procom werden. Damit werde eine wichtige Verbindung zwischen dem Riedborn sowie dem Neuen und dem Alten Marktplatz geschaffen.

Mit einiger Erwartung verknüpfte Wernard auch den zweiten Erörterungstermin für die Nordostumgehung. Das große finanzielle Defizit könne nur durch die Vermarktung von Wohn- und Gewerbeflächen gemindert werden. Ein Anfang (vorerst symbolisch) sei da mit dem alten Landratsamt gemacht, für das die Stadt nun, nachdem die Abbrucharbeiten vergeben seien, einen Investor suchen wolle.

Im Juli startet in Usingen die Eigenbeförsterung, dieses Signal gab es von übergeordneter Stelle. Auch die Dorferneuerung in Merzhausen, der Feuerwehrgerätehaus-Anbau in Wilhelmsdorf und die Neuauflage von Allegro erwartet die Bürger. Erwartet wird zu Pfingsten auch wieder Besuch aus Usingens französischer Partnerstadt Chassieu.

Dass dann auf jeden Fall die gelebte Freundschaft unter Beweis gestellt wird, betonte auch Mireille Coiffier, Präsidentin des Partnerschaftskomitees aus Chassieu.

Die gesprochenen Worte umrahmten die Sweet Prickles mit ihrem herrlichen A-cappella-Gesang. Sie erwiesen sich als echter Volltreffer, bevor man gemeinsam auf das neue Jahr anstieß.