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Kein freier Eintritt für späte Besucher – Schwimmbad-Förderverein gegen Null-Lösung:

Neu-Anspach. So mancher mag sich mit der Entscheidung, späten Besuchern des Waldschwimmbades ab 17.30 Uhr keinen Eintritt mehr abzuverlangen, gewundert haben, wie sich diese Entscheidung mit dem sich weiterhin ausbreitender Rost am Gebäude verträgt. Gerade vor dem Hintergrund, dass der funktionierende „Erhalt des Waldschwimmbades in Verantwortung der Stadt Neu-Anspach“ und die zeitgemäße Attraktivitätssteigerung mit flankierender Hilfe des Fördervereines N.A.p.S sogar eines der Themen der lokalen Agenda ist. Erklärtes Ziel ist dabei die Steigerung der Einnahmen durch Besucherzahlerhöhung und somit die Defizitreduzierung dieser sehr wichtigen gemeinnützigen Einrichtung für Gesundheit, Sport, Kultur und Tourismus. Die allerdings sieht der Sprecher der Lokalen Agenda, Helmut Becker, eher gefährdet.

Im aktiven Förderverein N.A.p.S. engagieren sich mittlerweile mit ihrem finanziellen Beitrag über 370 Bürger und Unternehmen als „Aktive Förderer“ und die Bilanz kann sich sehen lassen: Weit über 6000 Euro wurden alleine in der Saison 2007 in Form von Überweisungen an die Stadt und als Direktverrechnung mit Aushilfskräften als Personalkostenzuschuss von N.A.p.S. geleistet, um weiterhin tägliche attraktive Öffnungszeiten für die Bevölkerung zu garantieren.

Dieser bürgernahe Weg soll auch weiterhin verfolgt werden. Dass man hierbei ein Konzept in der von Lokaler Agenda und N.A.p.S. gewünschten Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung zur besseren Positionierung des Schwimmbades verfolgt, ist offensichtlich. Die aktuelle Entscheidung jedoch sorgt für Kopfschütteln. Becker: „Obwohl Politik und Verwaltung in keiner Diskussion auslassen, das jährliche Defizit dramatisch anzumahnen, erlaubt man sich hier einen Verzicht auf mögliche Einnahmen. Zahlen eines ausgefallenen Sommers als eines der Argumente zugrunde zu legen, ist doch realitätsfremd. Bei schlechtem Wetter und damit verbundenem schwachen Schwimmerbetrieb wurde die Kassiereraufgabe vernünftigerweise bisher sowieso vom Schwimmmeister mit übernommen. Fazit: Die an den Schönwettertagen in einem normalen Sommer wieder zu erwartende starke zweite Besucherwelle der großen Gruppe der Berufstätigen soll kein Eintritt und somit kein Beitrag zum sicheren Erhalt des Waldschwimmbades in der Verantwortung der Stadt abverlangt werden. Nach Auffassung der Lokalen Agenda ist dies vermutlich nicht der richtige Weg zur langfristigen Existenzsicherung des Bades in Verantwortung der Stadt, auch in Hinblick auf den über Jahre angewachsenen Sanierungsstau, besonders am Gebäudetrakt. Und gerade hierfür wäre jeder Euro Einnahme wichtig. Man kann nur hoffen, dass die Bürger Neu-Anspachs sich der risikobehafteten Sensibilität des Bades bewusst sind, Charakter und Weitsicht beweisen und sich wieder Saisondauerkarten für das kommende Jahr kaufen.

Überlegungen bei N.A.p.S. auf viele Anregungen aus der Bevölkerung hin, das Waldschwimmbad abends regelmäßig sogar bis 20 Uhr geöffnet zu halten und dies auch bei den Personalkosten mit finanzieren helfen zu wollen, sind in der Verwaltung bisher nicht verfolgt worden und sind scheinbar auch politisch nicht gewollt. Auch der, noch beim damaligen „Gemeindevorstand“ schriftlich eingereichte vielversprechende und anderswo in der Praxis längst bewährte Vorschlag, der Umstellung von Saisondauerkarte auf Jahreskarte (das ganze Jahr über zu kaufen und dann exakt für ein Jahr gültig) wurde in der nach Auffassung von Becker immer noch zu komplizierten Gebührenordnung nicht berücksichtigt.

Die Lokale Agenda 21 Neu-Anspach rät allen Bürgern, denen etwas an der Existenz des Waldschwimmbades in der weiteren Verantwortung der Stadt Neu-Anspach mit weiterhin günstigen Eintrittspreisen für die Nutzer dieser Einrichtung gelegen ist, dem Förderverein N.A.p.S. beizutreten, um deren Interessen und bisher erfolgreichen Aktivitäten auch zukünftig Nachdruck zu verleihen.