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Fieber messen statt arbeiten

Hessen. Immer mehr Väter bleiben von der Arbeit fern, um ihre kranken Kinder zu versorgen. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich ihr Anteil nahezu verdoppelt. Im Jahr 2014 waren es fast 20 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit.

Ein neuer Trend ist also erkennbar: „Auch wenn die Frauen immer noch deutlich öfter zu Hause bleiben, zeigt die moderne Familienpolitik langsam Wirkung“, sagt DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz. In Sachsen ist der Anteil der Väter, die ihre kranken Kinder betreuen, mit fast 24 Prozent besonders hoch. In Rheinland-Pfalz hingegen liegt er nur bei gut 13 Prozent.

Neben dem traditionellen Ost-West-Gefälle gibt es auch Unterschiede zwischen Stadt- und Flächenstaaten: Während in Berlin und Hamburg (21 und 20 Prozent) verhältnismäßig viele Väter zu Hause bleiben, sind es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nur 15 Prozent.

Wenn Eltern zu Hause bleiben und der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung leistet, springen die Krankenkassen ein. Anspruch auf das Krankengeld haben gesetzlich versicherte Eltern von Kindern bis zwölf Jahren. Väter und Mütter mit einem Kind haben jeweils Anspruch auf zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Arbeitstage. Die Höhe beträgt zwischen 90 und 100 Prozent des ausgefallenen Nettogehaltes.