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Service auf Rezept

Usingen/Bad Homburg. Die Schwarzwaldklinik lässt grüßen. 27 Jahre, nachdem der opulente Carlsbau im Glottertal den Fernseh-Zuschauern das wöhlige Gefühl vermittelte, Professor Brinkmann wandele durch ein 5-Sterne-Hotel, machen die Hochtaunuskliniken jetzt ernst. Seit April gehören die Krankenhäuser in Bad Homburg und Usingen zu den Kliniken in Deutschland, die einen Hoteldirektor beschäftigen.

Arndt Mohr (50) soll künftig dafür sorgen, dass sich die Patienten im Taunus wie in einem Hotel fühlen. „Die Bedürfnisse eines Hotelgastes und die eines Patienten unterscheiden sich ja auch nicht wesentlich“, unterstreicht Klinik-Geschäftsführerin Dr. Julia Hefty.

Dabei soll der „Hoteldirektor für den Klinikkonzern und Bereichsleiter Service und Dienstleistungen“ mit seinem Team (50 bis 60 Mitarbeiter) keineswegs nur die Privatpatienten verwöhnen. Auch die ,normalen“ Patienten sollen vom neuen Service profitieren. Unter Mohrs Zuständigkeit werden Empfang und Information, Hol- und Bringdienst, die komplette Hauswirtschaft und die Poststelle fallen. Mit dem Ziel, die examinierten Krankenschwestern zu entlasten, damit sie sich wieder verstärkt ihrer eigentlichen Domäne, der Pflege, widmen können.

Ein Einzelfall? Nicht unbedingt.

Die Kliniken des Main-Taunus-Kreises in Hofheim und Bad Soden etwa beschäftigen zwar keinen Hoteldirektor, „wir haben aber seit vielen Jahren ein Servicekonzept für unsere Patienten mit entlastender Wirkung für das Pflegepersonal“, erläutert Pressesprecherin Claudia Planz. Und auch Petra Fleischer, Unternehmenssprecherin des Klinikums Frankfurt Höchst sagt: „Auch bei uns wird der Servicegedanke großgeschrieben. Wir beschäftigen bereits seit einigen Jahren in der Hotellerie ausgebildetes Servicepersonal. Zum Beispiel auf den Komfortstationen.“

Wichtig: An der Mitarbeiterzahl in den Hochtaunuskliniken soll sich nichts ändern. Dafür wird das Personal künftig anders auftreten. Hoteldirektor Mohr möchte schließlich eine Dienstuniform etablieren. Außerdem soll es bei Bedarf spezielle Schulungen geben.

Ein besonderes Augenmerk wird Mohr auf die Privatpatienten (78 Betten) legen. Auch wenn diese Patienten, wie Hefty unterstreicht, die gleiche medizinische und pflegerische Leistung erhalten, soll sich das Ambiente und der Service in ihren Zimmern jedoch unterscheiden. Mohr: „Hier ist ein wirklicher Hotelcharakter geplant. Inklusive Sonderwünsche.“