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Frostbeule oder Heißblüter?

Usinger Land Extra hat das Kompetenzzentrum von Betten Günther besucht

Usingen/Brechen. Groß sind die Waschtrommeln und Trockner in denen sich die Bettware dreht. Bettdecken und Kopfkissen zu reinigen ist neben dem Fachverkauf von Betten ein weiterer Baustein des Kompetenzzentrums von Betten Günther.

Bundesweit gibt es nur 19 Kompetenzzentren in Sachen gesunder Schlaf. Und das bedeutet für Dirk Günther nicht nur Matratzen und die dazu passenden Federungen zu verkaufen, sondern viel mehr.

Komplette Betten, Bettwäsche für alle Bedürfnisse „von der Frostbeule bis hin zum Heißblüter“, und das nicht nur als Bezug fürs Bett, sondern auch zum Anziehen für den Schläfer. Absolute Neuheit, die der Inhaber Dirk Günther und seine Geschäftsführerin Talat Jahan aus Usingen zur Gesundheitsmesse präsentieren werden, ist ein Pflegebett.

„Das haben wir zusammen mit der Firma Stiegelmeyer entwickelt“, sagt Günther nicht ohne Stolz. In Form und Design kann es das Bett mit jedem modernen Designerbett aufnehmen. So viel steht fest. „Auch in der Haptik ist alles möglich, vom Leder bis hin zum Stoffbezug und der entspricht dann auch allen hygienischen Standards die ein Pflegebett sonst mitbringen muss“, erklärt Günther. Eine Besonderheit neben dem Design ist auch die out-of-Bed-Funktion. So registriert das Bett, wenn jemand darin liegt, aber vor allem auch, wenn derjenige das Bett verlässt.

Der Pfleger erhält dann automatisch eine Nachricht auf sein Smartphone. Mit einer Zusatzfunktion kann er dann über das Bett die Freisprecheinrichtung aktivieren und nachfragen, ob alles in Ordnung ist. Selbstverständlich mit Gegensprechfunktion. Einen Fallschutz gibt es auch der, sofern kein Bedarf besteht, so unsichtbar wird, dass das Bett von anderen nicht mehr zu unterscheiden ist. Absenkbar auf 25 Zentimeter ist ohnehin nur noch ein rausrollen möglich und kein Fallen mehr.

Kompetenz beweist das Unternehmen schon seit über 35 Jahren in Sachen Bettdecken und Kopfkissen. In der hauseigenen Manufaktur werden auf knapp 100 Quadratmetern die Bettwaren nicht nur gereinigt, sondern auch befüllt. Im Rhein Main-Gebiet hält das Unternehmen aktuell das größte Daunenlager vor und bietet dabei sogar weltweit einzigartige Sorten wie die Rubin-Daune aus dem Westerwald an. „Das ist eine besonders feine Daune, die es nur auf insgesamt fünf Höfen im Westerwald gibt“, erklärt Dirk Günther. Und weil die etwas Besonderes ist, kauft er das gesamte Kontingent der seltenen Gänsedaunen auf. Über eine grammgenaue Waage füllt Mitarbeiterin Sonja Kentzia die gewünschte Menge Daunen in die Bettdecken und Kopfkissen, um sie danach zuzunähen. Auch Aida-Daunen gefüllte Bettware bietet das Unternehmen an. Der Vorteil: „Durch ihr großes Volumen und die hervorragende Leitfähigkeit müssen weniger Daunen verfüllt werden, um eine optimales Wärmeklima zu erzeugen. Wer allerdings etwas Gewicht in der Nacht auf sich braucht, für den gibt es günstigere und zugleich hochwertige Alternativen. Größten Wert legt Günther auf die Qualität der Daunen und Federn. Keine chemische Behandlung und Güteklassen im Bereich 1A sind sein Markenzeichen. Die Lieferanten kennt er persönlich und überzeugt sich an Ort und Stelle von dem Herstellungsprozess. Qualität erkenne man an der Herkunft. Je allgemeiner die Bezeichnung der Daunen oder Federn, desto minderwertiger die Ware. Regionen in der Bezeichnung seien im Fachverband schon ein sehr gutes Zeichen. Und wer es genau wissen will, der riskiert dann einen Blick ins Kissen. „Früher wurde mit allem gestopft was Federn hat“, weiß Günther. Da konnte auch schon mal das Federkleid eines Kanarienvogels dabei sein. Hygienisch sehr bedenklich. „Ob da ein Huhn mit drinsteckt, erkennt man häufig auch am Geruch“, erklärt Kentzia, die täglich Betten unter ihre Fittiche nimmt, wäscht und auffüllt. Echte Daunen müssen fliegen, feine Garne wie Schurwolle und Seide werden hängend Luft- und UV-getrocknet. Damit die Nacht auch weiterhin erholsamen Schlaf bietet.