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Antiker Geheimkult-Sonderausstellung im Saalburgmuseum:

Wehrheim. „Mysterium Mithras – ein antiker Geheimkult im Spiegel von Archäologie und Kunst“ ist die neue Sonderausstellung im Saalburgmuseum überschrieben, die ab Samstag, 27. August, eröffnet und noch bis zum 22. Januar 2012 zu sehen ist.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Geheimkult des Gottes Mithras, der – ursprünglich aus dem Orient kommend – vom Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. im Römischen Reich, besonders auch im Limesgebiet, verbreitet war.

Die ausschließlich männlichen Anhänger verehrten den Gott, der durch die Opferung eines Stiers einen Schöpfungsakt vollzog. Sie trafen sich in höhlenartigen Heiligtümern und nahmen dort gemeinsam das Kultmahl ein.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das Thema und zeigt dabei auch, wie sich die Forschung den Geheimnissen dieser Mysterienreligion nähert.

Präsentiert werden überwiegend archäologische Funde, aus denen sich bei Fehlen von schriftlichen Zeugnissen der Inhalt und die Deutung des Kultes erschließen lassen.

Zu sehen sind unter anderem Bildnisse und Gegenstände, die zur Ausübung des Kultes gehörten. Die Ausstellung bietet darüber hinaus Informationen über die römische Staatsreligion, über weitere Mysterienkulte und deren Verhältnis zum Christentum.

Im Kontrast zu den Zeugnissen der Antike stehen die Werke der in Frankfurt lebenden Künstlerin Farangis G. Yegane. Fasziniert von dem Mysterium ließ sie sich zu Bildern, dreidimensionalen Objekten und Installationen inspirieren.

Sie setzte sich mit der Gedankenwelt der Mithrasmysterien auseinander, überdachte sie neu und machte sie mit ihren künstlerischen Mitteln für die heutigen Menschen zugänglich. Sie bediente sich der alten Symbolsprache, um Inhalte der Gegenwart auszudrücken. Dabei entwickelte sie in verschiedenen Schaffensphasen durchaus unterschiedliche Sichtweisen.

Anlass für die Sonderausstellung ist die Sanierung des Mithrasheiligtums im Außenbereich der Saalburg, das im Zuge des Wiederaufbaus in den Jahren um 1900 rekonstruiert worden war.

Nach heutigen Erkenntnissen hat es – zumindest an dieser Stelle – keine solche Kultstätte gegeben. Bei ersten Ausgrabungen waren dort von Mauern umgebene Gräber gefunden worden. Bei erneuten Untersuchungen deutete man die Befunde als Mithrasheiligtum.