Bauern sind skeptisch – Landwirte rechnen nach der langen Trockenperiode mit Ertragseinbußen bis zu 20 Prozent:
Hochtaunuskreis. „Aufgrund der wochenlangen Dürre bekam das Getreide während der Wachstumsphase zu wenig Wasser und Nährstoffe. Die Folge ist die Notreife von Sommergerste, Roggen und Weizen, die weniger und kleinere Körner in den Ähren ausgebildet haben“, hat sich der Landrat bestens informiert. Nachdem Krebs beim Einfahren der Ernte geholfen hatte, wollte er von Kreislandwirt Kopp, Dr. Karl-Heinz Heckelmann (Fachbereichsleiter des Amtes für ländlichen Raum) und Karlheinz Gritsch (Vorsitzender des Gebietsagrarausschusses) über die Umfang und Qualität der Ernte im Hochtaunuskreis und in der Rhein-Main Region genaues wissen. Und bekam keine guten Nachrichten. „Die Landwirte erwarten bis zu einem Fünftel weniger Ertrag. Ob und in wieweit davon auch die Verbraucher durch steigende Preise betroffen sind, ist derzeit noch nicht zu prognostizieren“, so Krebs. Im Detail: Die Maispflanzen stehen in diesem Jahr längst nicht so hoch, wie es eigentlich um diese Jahreszeit üblich ist. Statt zwei Meter sind die meisten Maispflanzen kaum größer als einen Meter. Und je kleiner die Maispflanze ist, desto weniger Maiskolben wachsen darauf. Das Ergebnis: Die Maisernte dürfte um rund ein Drittel geringer ausfallen, als gehofft. Heißt: Weniger Futter für die Tiere in der Landwirtschaft und weniger „Input“ für Biogasanlagen. Auch bei den Kartoffeln hat das Wetter seine Spuren hinterlassen. „Natürlich fällt eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt schwer. Die Erzeuger rechnen aber mit Ertragsausfällen von zehn bis 30 Prozent“, so Dr. Heckelmann. Deutschlandweit sei die Situation in diesem Jahr vielerorts ähnlich bedrückend wie in den Trockenjahren 2003 und 2006. Große und dicke Kartoffeln, wie sie zum Beispiel für die Herstellung vom Pommes frites gebraucht werden, könnten in diesem Jahr Mangelware werden. Wobei der Preis derzeit leicht über dem Niveau der vergangenen Jahre liegt. Weil auch in anderen europäischen Ländern die Kartoffeln unter Hitze und Trockenheit leiden. Auch für Spargel und Erdbeeren war 2010 kein gutes Jahr: erst war es zu nass und zu kalt, dann zu trocken. Wie die Apfelernte 2010 ausfallen wird, ist noch völlig offen. Hier kommt es darauf an, wo die Streuobstweisen liegen. Während für die Apfelernte im Apfeldorf Wehrheim geringe Mengen erwartet werden, wird in Kronberg mit einer normalen Ernte gerechnet. Von Ulrich Müller-Braun
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