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1781 in Nirgendwo

Neu-Anspach. Es ist Frühling. Das Leben im fiktiven Dorf „Nirgendwo“ am Fuße des Taunus geht seinen gewohnten Gang. Dennoch erleben seine Bewohner neue Wendungen in ihrem Leben. Schulmeister Frickel hat den Tod seiner Frau eigentlich noch gar nicht überwunden. Dennoch machen sich die ersten Frühlingsgefühle bemerkbar: Der Schulmeister hat ein Auge auf Margarethe geworfen, die ihm zur Hand geht. Die wiederum wartet sehnsüchtig auf die Nachrichten ihres Mannes aus Amerika. Der Schultheiß hingegen treibt die Abgaben und Steuern ein, unter denen die Bauern und Handwerker leiden. Gut, dass der nassauische Amtmann Carl Ibell ihm bei seinem Treiben genau auf die Finger schaut. Währenddessen begeben sich die Tagelöhner auf die Felder, um mit der Aussaat zu beginnen.

Dies sind nur einige von vielen kleinen Geschichten, die sich im Hessenpark abspielen werden und die Museumsgäste mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit nehmen.

„Frühling 1781“ gehört zur diesjährigen Veranstaltungsreihe des Museumstheaters des Freilichtmuseums. Das Gesamtprojekt „Jahreszyklus 1781“ findet über das Jahr verteilt an acht Wochenendtagen statt und hat jeweils einen anderen thematischen Bezug. Im Wandel der Jahreszeiten kann der Alltag der Dorfbevölkerung gegen Ende des 18. Jahrhunderts verfolgt werden.

Geprägt ist diese Epoche durch ein absolutistisches Regierungssystem, das nicht mehr im Einklang mit den Erfordernissen der Zeit steht. Und so tauchen die Museumsgäste in das harte und ungerechte Leben der verarmten Bevölkerung des Taunus ein. Sie erleben Hunger und Unterdrückung, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Trotz der widrigen Lebensumstände erlebt die fiktive Dorfbevölkerung Momente des Glücks ebenso wie heitere Stunden.