Veröffentlicht am

122 neue Flüchtlinge

Usinger Land. Genau betrachtet passt Uwe Krafts Schreiben an alle Städte und Gemeinden des Hochtaunuskreises in die Weihnachtszeit. Auch wenn es bei den Bürgermeistern vor allem für Magenschmerzen sorgte. Schließlich mahnt der Erste Kreisbeigeordnete darin an, Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Das Problem: 122 Menschen, die eine Unterkunft brauchen, werden wohl bis Jahresende via Gießen noch in den Taunus kommen. Aber nur zwei von 13 Taunus-Kommunen erfüllen derzeit ihr Soll: Oberursel mit einem Plus von 153 und Grävenwiesbach (plus 66). Alle anderen haben ein zum Teil deutliches Defizit vorzuweisen, das sich trotz der 219 von Oberursel und Grävenwiesbach zur Verfügung gestellten Plätze auf 122 Plätze summiert.

Und das bedeutet: Die Bürgermeister müssen schnell aktiv werden. O-Ton Kraft: Vom Regierungspräsidium in Darmstadt haben wird erfahren, dass sich die Situation verschärft hat und wir leider mit sehr kurzfristigen Zuweisungen von Flüchtlingen rechnen müssen“.

Schon im Kreistag hatte Kraft die fehlenden Plätze und die fehlende Bereitschaft aus den Städten und Gemeinden beklagt und mit der zwangsweisen Zuteilung gedroht. Jetzt haben es die Bürgermeister auch schriftlich. „Um eine gerechte Verteilung der neu zugewiesenen Flüchtlinge im gesamten Kreisgebiet zu gewährleisten, werden wir von der Möglichkeit nach §2 des Hessischen Landesaufnahmegesetzes Gebrauch machen, die Flüchtlinge den kreisangehörigen Gemeinden zuzuweisen“, heißt es.

Und das heißt im Klartext: Jede Kommune muss – entsprechend ihrer Einwohnerzahl – ein gewisses Kontingent aufnehmen. In Zahlen: Neu-Anspach 43, Schmitten 21, Usingen 25, Wehrheim 22 und Weilrod 15. Wobei zur Zeit im Usinger Land neben Grävenwiesbach nur Usingen überhaupt sieben Flüchtlinge beherbergt. Neu-Anspach, Schmitten, Weilrod und Wehrheim sind weiße Flecken auf der Kreiskarte.